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Tadeusz Kantor

1915 - 1990


Kunstwerke
Vita

Tadeusz Kantor
 
geb. 1915 in Wielepole Skrzynskie – gest. 1990 in Krakau
Polnischer Theaterregisseur, Maler, Bühnenbildner und Kunsttheoretiker
 
 
Tadeusz Kantor studierte an der Akademie der Schönen Künste in Krakau mit einem Abschluss 1939. Von 1942 bis 1944 leitete er im Untergrund unter der deutschen Besatzung das experimentelle Niezalezny Teatr (Unabhängiges Theater), die Keimzelle aller späteren Aktivitäten im Theaterbereich. 1948 wurde er Professor an der Kunstakademie. Enttäuscht von der zunehmenden Institutionalisierung der Avantgarde gründete er 1955 zusammen mit Freunden das Theater Cricot 2, mit dem er verstärkt seit den 60er Jahren eigene Inszenierungen und Happenings in der Form des Reisetheaters durchführte. Seine besondere Vorliebe galt dabei zunächst den Stücken seines polnischen Landsmannes Stanislaw Ignacy Witkiewicz. Mit den Jahren begann Kantor immer stärker Elemente seiner eigenen Biographie, vor allem seiner Kindheit, mit einzubeziehen. Mit diesen Stücken, die kein statisches Arragement besaßen, sondern von Kantor selbst,  der meist auf der Bühne präsent war, dirigiert und gestaltet wurden, erlangte der Theatermacher allmählich Weltruf.
In dem Stück Umarla Klasa  (Die tote Klasse) von 1975 konfrontierte er z.B. als Lehrer seine inzwischen toten Mitschüler mit Gliederpuppen, die deren noch junge Ebenbilder darstellten. Es folgten weitere Projekte dieser Art bis zum unvollendeten Stück Dzisiaj sq moje urodziny (Heute ist mein Geburtstag), bei dessen Proben Kantor unerwartet starb. Wie von ihm vorausgesehen, können seine Stücke nach seinem Tod nicht mehr aufgeführt werden, weil sie so stark an seine physische Präsenz auf der Bühne gebunden waren. Trotzdem gilt Kantor als einer der wichtigsten Vertreter des Absurden Theaters überhaupt.
 
Parallel hierzu betätigte er sich auch als Kunst- und Theatertheoretiker und vor allem als Maler. Er gründete nach 1945 verschiedene Künstlergruppen und malte zunächst eher im Stil des Surrealismus, bevor er Mitte der 60er Jahre zur Gegenständlichkeit überging. Tadeusz Kantor war Teilnehmer der documenta II (1959) und auch der documenta 6 im Jahr 1977 in Kassel. Für sein Werk wurde er 1978 mit dem Rembrandt-Preis der Goethe-Stiftung in Basel ausgezeichnet.