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1905 wurde Louis Goodman in Baku/Rußland geboren und
verbrachte seine Kindheit zusammen mit 5 Geschwistern in Kiew.
Die politische Situation zwang die Eltern nach Amerika auszuwandern.
Louis Goodman blieb mit zwei jüngeren Geschwistern zurück.
Bereits im Alter von 8 Jahren begann er mit Erfindungen und Experimenten,
die teilweise nicht ungefährlich waren.
1922 wanderte er nach Amerika aus. Er verdiente sich zunächst
seinen Lebensunterhalt in New York in einer Polsterfabrik, seine
Freizeit widmete er ganz seinen Erfindungen. Schon zu diesem frühen
Zeitpunkt war ihm die Möglichkeit einer Erfindung wichtiger
als ihre korrekte Realisierung, d.h. die Idee rangierte für
ihn vor der Ausführung. In den 30er Jahren befaßte
er sich vorwiegend mit der Raketentechnik und wurde erstes außerordentliches
Mitglied der American Rocket Society".
1942 zog er mit seiner Frau und zwei Töchtern nach Los
Angeles, wo er seine Erfindertätigkeit fortsetzte und regelmäßig
in Fachzeitschriften publizierte.
1963 sah er in Los
und Käte Steinitz, der früheren Freundin von Kurt Schwitters,
eine Begegnung, die seine künstlerische Entwicklung prägte.
Ihn faszinierte der unmittelbare Zugriff zur surrealen Realität,
den diese Künstler mit ihren Werken ausdrückten. Es
war Erfinden von neuen Wirklichkeiten auf höherer Stufe.
Goodman begann kleinformatige Objektcollagen zu verfertigen. In
seinen Arbeiten gibt es Fundstücke aller nur denkbarer
Art, die er zu kleinen fantastischen Geschichten zusammengefügt,
teilweise auch im dekorativen Bereich belassen hat. Er kombinierte
Silberbestecke, Puppenköpfe und Spielzeugvögel, einfach
alles. Dabei entstanden surrealistische und oftmals sadistisch
wirkende Kombinationen.
Goodman: " Ich möchte meine innersten Gefühle durch Gegenstände
oder
durch einfache Abfallprodukte ausdrücken. Für mich ist
die Kunst der Assemblage die einzig kreative Kunst. Die vorgefundenen
Objekte in meiner Sammlung sind sorgfältig, doch unbewußt
ausgesucht für die Botschaft, die ich mitzuteilen habe.
Ich benutze keinen Pinsel, denn ein Gemälde ist flach und
hat keine Ausdehnung. Ich bevorzuge Objekte, weil sie drei Dimensionen
haben. Sie sind ehrlich. Sie haben den Menschen bereits gedient.
Sie sind ausgefüllt mit Zweckmäßigkeit. Sie sind
geschichtlich. Sie werden wiederbelebt und zur Zweckmäßigkeit
zurückgeführt in die visuelle Kunst. Ich wähle
Objekte nach ihrer Form, ihrem Alter, Größe und Farbe,
die nicht zueinander in Beziehung gesetzt werden, denn ich folge
nicht den Regeln, die man in der Schule lehrt."
1971 zog Louis Goodman nach Perris, Kalifornien, wo er sein
Perris Museum of Modern Art gründete. Er starb im Juli
1973.
Arbeiten von Louis Goodman befinden sich u.a. in den folgenden
Museen bzw. Sammlungen-.
- Neues Museum, Wien
- Städtisches Museum, Gelsenkirchen - Sammlung Hahn, Köln
- Sammlung Mahnert-Lueg, Nizza - Sammlung Woelker, Sao Paolo
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