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Vostell in der Galerie Baecker
Übersicht der Ausstellungen
 
 
 

Kunst ist Leben.
Leben ist Kunst.
(1961)

1932

Am 14.10. als Sohn der Eltern Joseph und Regina in Leverkusen geboren. Vater Eisenbahner.

Während des Zweiten Weltkrieges in der Tschechoslowakei.

1945

Rückkehr nach Köln zu Fuß in drei Monaten über Budweis, Prag, Chomutov, Dresden, Gera und Kassel.

1950-53

Lehre als Fotolithograf.
Erste Versuche in Malerei, Fotografie und Lithografie.
Fasziniert von den phantastischen Zeichnungen Alfred Kubins, den er in Österreich besucht.

1954

Besuch der Werkkunstschule in Wuppertal. Freie Malerei und experimentelle Typografie. Von August bis September erste Reise nach Paris. Vostell findet auf der Titelseite der Tageszeitung "Le Figaro" vom 6.9.54 das Wort décollage (= abheben, losmachen, trennen, abkratzen), das im Zusammenhang mit dem Absturz einer Superconstellation in den River Shannon benutzt wird. Er überträgt den Begriff auf zerrissene Plakatwände und später auf den offenen Ablauf von Ereignissen.
"Dé-coll/age" wird für Vostell zum Gestaltungsprinzip und umfassenden Kunstbegriff.

Erstes Happening als dé-coll/age-Aktion "Skelett" in Wuppertal (Umgebungsveränderung - teilweise realisiert).
Lernt im Elektronischen Studio des WDR in Köln den Komponisten Karheinz Stockhausen kennen.

1955-56

Student an der École National Supérieure des Beaux Arts in Paris in den Fächern Malerei, Grafik und Anatomie.
Intensive Studien in der Bibliothéque National de Paris an Blättern von Hieronymus Bosch, Francisco de Goya, Pieter Bruegel und Fernand Léger. Assistant bei dem Werbe- und Plakatgestalter A.M. Cassandre.

Vostell beginnt, vorgefundene Alltagsmaterialien für seine eigene Kunst zu verwenden. Er bearbeitet abgerissene Teile von Plakatwänden mit Farbe und Feuer.
Begegnung mit dem Soziologen Benoit Hepner.

1957

Besuch der Kunstakademie in Düsseldorf.
Talmudstudien. Ikonografische Untersuchungen von Ereignissen in den Bildern von Hieronymus Bosch.

1958

Rückkehr nach Paris. Realisiert sein zweites Happening "Das Theater ist auf der Straße" (dé-coll/age-Aktionen mit einem anonymen Publikum in den Straßen von Paris), das zugleich das erste durchgeführte Happening in Europa ist.

Erste Objektbilder entstehen, in denen Autoteile integriert und TV-Geräte hinter z.T. aufgerissenen Leinwänden installiert werden.
Vostell ist damit der erste Künstler, der das Medium TV (zunächst als Objekt Fernseher) in die Kunst des 20. Jahrhunderts einführt.
Erstes Environment "Schwarzes Zimmer", bestehend aus "Deutscher Ausblick", "Treblinka" und "Auschwitz Scheinwerfer"
Beschäftigung mit der Psychoanalyse von Carl Gustav Jung.
Erste Reise in die spanische Extremadura und erste Einzelausstellung in Cáceres.

1959

Heirat mit Mercedes Guardado Olivenza in Cáceres. Sie wird für sein ganzes Leben zu seiner unzertrennlichen Kooperantin. Rückkehr nach Paris und Köln.
Erste elektronische dé-coll/age-Verwischungen als Fernsehverzerrungen. Arbeit mit Oszillogrammen und elektroakustischen Objekten. Kontakt mit dem WDR und Electrola.
Aufführung des Stückes "Femseh-dé-coll/age für Millionen".

1960

Einzelausstellung in Cáceres.
Vorbereitung der ersten Pariser Ausstellung in der Galerie "Le soleil dans la Téte". Lernt die Affichisten Francois Dufrene, Jacques de la Villeglé, Raymond Hains und Mimo Rotella kennen. Diese Vertreter des "Nouveau Réalisme" operieren mit einer der Vostell'schen dé-coll/age ähnlichen Methode des Abreißens von Plakatwänden. Im Unterschied zu Vostell sind sie aber ausschließlich am ästhetischen Ergebnis und nicht am Prozeß der Herstellung interessiert.
Begegnet dem Theoretiker des "Nouveau Réalisme" Pierre Restany. Geburt des ersten Sohnes David.

1961

Ausstellung "Coll/age und dé-Coll/age" in Paris.
Erste deutsche Einzelausstellung in der Galerie Lauhus, Köln.

Arbeitet für kurze Zeit als Layouter für die Zeitschrift "Neue Illustrierte", wo Tausende von Fotos durch seine Hände gehen.
Erste Verwischungen entstehen, in dem Zeitschriften oder Fotografien mit Terpentin und Tetrachlorkohlenstoff bearbeitet, aus- und weggewischt werden. Im Unterschied zu Robert Rauschenberg ist für Vostell die Verwischung nicht allein ein bildnerisches Ereignis, sondern ein inhaltlicher Akt.

Im Happening "Cityrama l", einer "realistischen Demonstration" werden Straßen und Ruinen in Köln für ein Zufallspublikum zu Kunstwerken erklärt.
Vostell definiert die Prämisse seiner Kunstauffassung: Kunst ist Leben. Leben ist Kunst.

Teilnahme an Ausstellungen in Paris und Mailand zusammen mit Jean- Jacques Lebel, Lucio Fontana, Ferro, Robert Rauschenberg u.a.
Wohnt mit Stefan Wewerka in der Spichernstraße in Köln. Spontane Aktionen mit Nam June Paik, Stefan Wewerka, Benjamin Patterson in Köln.

1962

Der in New York lebende Künstler und Komponist George Maciunas, Organisator der Fluxus-Bewegung, bereitet zusammen mit Vostell und Nam June Paik in Köln das erste internationale Fluxus-Festival vor. Die "Fluxus Internationale Festspiele neuester Musik" finden vom 1.9. - 23.9.62 im Museum in Wiesbaden statt und führen zur kollektiven Bewußtwerdung der Fluxus- Bewegung.
FLUXUS (= fließend, in Fluß, in Bewegung) wird zum Ausdruck für die Geistes- und Lebenshaltung einer ganzen Künstler- und Musikergeneration sowie für den erneuten Aufbruch zur Erweiterung des Kunstbegriffs in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Vostell präsentiert im gleichen Museum in Wiesbaden die Musik-dé-coll/age-Aktion "Kleenex 1". Er lernt Dick Higgins, Alison Knowles und Emmett Williams kennen.

Im selben Jahr reist die Künstlergruppe zu Fluxus-Konzerten nach Kopenhagen und Paris.

Vostell gründet die Zeitschrift "dé-coll/age - Bulletin aktueller Ideen"; die drei ersten Ausgaben erscheinen. Lernt Joseph Beuys kennen.
Dé-coll/age-Bus-Happening "P.C. Petite Ceinture" in Paris.

1963

Erste Einzelausstellung in USA in der Smolin Gallery in New York; die "6 TV-dé-coll/agen" Vostells sind die ersten in den USA präsentierten TV- Environments. Teilnahme am Yam-Fluxus-Festival in New York mit dem Happening "TV-Begräbnis".
Lernt John Cage, Allan Kaprow, George Brecht, Robert Watts, La Monte Young, Allen Jones, Al Hansen sowie Claes Oldenburg und Andy Warhol kennen.
In Wuppertal wird das erste Reise-Happening "9-Nein-dé-coll/agen" an 9 verschiedenen Stellen der Stadt für ein ausgewähltes Publikum aufgeführt. Erklärt den "Autounfall als Skulptur".
Erste Retrospektive in der Galerie Parnass von Rolf Jährling in Wuppertal.

Vostell entdeckt für sich die Methode der Übertragung von Fotografien auf emulsionierte Leinwand. Entwickelt in den folgenden Jahren ein technisch und chemisch kompliziertes Verfahren zur Kombination von Verwischung, Siebdruck und Sprühdosenfarbe auf Leinwandfotos, das Ende der 60er Jahre in den Schichtbildern der Serie "Umfunktionierung" kulminiert.

Der erste experimentelle Video-Film "Sun in your head" entsteht durch das Abfilmen eines gestörten (vermischtem) Fernsehprogramms unter Einbeziehung von Film-Aktionen. Der Film- eine neue Form von dé-coll/agierten elektronischen Bildern- wird 1964 in Amsterdam uraufgeführt.

1964

Zweite Reise nach New York. Realisierung des dé-coll/age-Happenings "You".
In Berlin erste Fluxus-Veranstaltung und Happenings in der neu gegründeten Galerie René Block. Engagement in der Berliner Kunstszene.
Aufführung des 6-Stunden-Happenings "In Ulm, um Ulm und um Ulm herum" an 24 Stellen in Ulm (u.a Konzert von drei Düsenjägern auf einem Bundewehrflugplatz und ein Essen in einem Schlachthaus) auf Einladung des Ulmer Theaters. Vostell entwickelt die ursprüngliche "arme" Form seiner Happenings zu komplexen Erfahrungs- und Entscheidungssituationen für ein ausgewähltes Publikum.

1965

Realisierung von zwei Happenings in Berlin; "Phaenomene" auf einem Autofriedhof und "Berlin 100 Ereignisse" in Zusammenarbeit mit René Block. Es entsteht ein Zyklus von 50 Zeichnungen mit dem Titel "Phaenomene", die in der Galerie Block ausgestellt werden.
Aufführung des "24 Stunden"- Happenings in der Galerie Parnass in Wuppertal.
In Zusammenarbeit mit Jürgen Becker gibt Vostell die Dokumentation "Happenings, Fluxus, Pop Art, Neuer Realismus" im Rowohlt-Verlag heraus.
Begegnung mit Marcel Duchamp in Hannover. Geburt des zweiten Sohnes Rafael.

1966

Realisierung des Happenings "Dogs and Chinese not allowed" in New York in Zusammenarbeit mit der Something Else Press, die Dick Higgins gründete. Das Happening findet 14 Tage lang im Stadtgebiet von New York unter Einbeziehung des gesamten U-Bahnnetzes statt.
Veröffentlichung einer Dokumentation über die Vostell-Happenings.
1. Retrospektive im Kölnischen Kunstverein.
Begegnung mit dem Psychologen Wilhelm Salber.

1967

Realisierung des Happenings "Miss Vietnam" in Köln.
Vostell setzt sich in einem Zyklus von Objektbildern mit dem Vietnamkrieg auseinander.
Serie von Porträts politischer Persönlichkeiten in einer neuen fotografisch-chemischen Verfremdungstechnik.

1968

Gründet in Köln mit dem Komponisten Mauricio Kagel, Alfred Feussner und F. Heubach u.a. das "Labor e.V." zur Erforschung akustischer und visueller Ereignisse.
Auf Einladung des Instituts für Moderne Kunst in Nürnberg realisiert Vostell in Zusammenarbeit mit dem Technologen Peter Saage das Environment "E.d.H.R." (Elektronischer dé-coll/age-Happning- Raum), das anschließend auf der Sonderausstellung der Biennale in Venedig gezeigt wird.
Bei den Planungen entstehen erste Objektzeichnungen, die künftig zu einer wichtigen Gattung im Vostell-Oeuvre werden.

Aktionsvorträge in Karlsruhe, auf der documenta 4 in Kassel und in Berlin. Protestiert gemeinsam mit Joseph Beuys gegen kulturpolitische Praktiken hinter den Kulissen der documenta.
Parallel zum Kölner Kunstmarkt findet das 1. "Labor"-Festival ("5-Tage- Rennen") in der Tiefgarage unter der Kunsthalle Köln statt.

1969

Environment "Induktion" für die Galerie Schwarz in Mailand.
Aufführung des Funk-Happenings "100 mal Hören und Spielen" im Auftrag des WDR.
Gründung des "Kombinat l" in Köln.
Erste Betonierung "Ruhender Verkehr" (einbetonierter Opel Kapitän) in Zusammenarbeit mit der Galerie art intermedia von Helmut Rywelski in Köln. Vostell nennt seine plastischen Betonierungen Ereignisskulpturen.

1970

"Concrete Traffic" im Museum of Contemporary Art in Chicago als zweite Auto-Beton-Skulptur.
Realisierung des Environments-Happening "T.E.K." (Thermoelektronischer Kaugummi) in der Kunsthalle Köln und des Happenings "Salat" in einem Zug zwischen Köln und Aachen, das ein Jahr lang fortgeführt wird.
Lernt die Galeristin Inge Baecker in Bochum kennen.
Der Kölnische Kunstverein organisiert in Zusammenarbeit mit Vostell und Harald Szeemann die erste Retrospektive-Ausstellung der internationalen Happening- und Fluxus-Bewegung.
Die Realisierung des Vostell-Happenings "TV-Ochsen", das in der Kunsthalle Köln die Geburt eines Kalbes zeigen sollte, scheitert in letzter Minute an einem Aufführungsverbot.
Erste Begegnung mit dem italienischen Kunstsammler Gino Di Maggio, Gründer der Galerie Multhipla in Mailand.

1971

Umzug von Köln nach Berlin-West.
"Beton-Stuhl" in Zusammenarbeit mit René Block und der Modus GmbH in Berlin.
Gründung des H.A.B. (Happening Archiv Berlin). Zyklus "Desastres de la Guerra".

1972

Happening "Schnee" in der Schweiz und Environment-Happening" T.O.T" (Technological Oak Tree) in den USA.
Mitbegründer der ersten Videothek in Deutschland im Neuen Berliner Kunstverein.
Korrespondenz mit dem DDR-Künstler Robert Rehfeldt.
Dreht im Auftrag der Videothek des Neuen Berliner Kunstverein auf einem Berliner Rangierbahnhof den 45-Minuten-Film "Desastres" mit der Einbetonierung eines Schlafwagens und Körperbetonierungen.
Vostell beginnt, sein Menschenbild nun auch mit malerischen Mitteln zu formulieren.

1973

Arbeit an den Zyklen "Mania" (Objektzeichnungen) und "Calatayud" (verbreite Verwischungen).
Erste Version des Environments "Endogene Depression" in der Galleria Rotta in Genua.
Mitbegründer des Festival ADA - "Aktion der Avantgarde", das im Herbst zum ersten Mal in Berlin stattfindet. Als Hauptveranstalter beauftragt der Neue Berliner Kunstverein mit der Realisierung des Environments "Auto- Fieber" sowie des Happenings "Berlin-Fieber".
Teilnahme an der Ausstellung "Contemporanea" in Rom mit "Energie" (Teil 1), einem "Europa-Happening"
Erste Begegnung mit dem italienischen Kunsttheoretiker Achille Bonito Oliva.

1974

Teilnahme an ADA 2 mit dem Autobus-Happening "Erdbeeren".
Lernt in Paris Suzanne Page, Michel Giroud und Raphael Sorin kennen.
Im Dezember wird in Paris die große Vostell-Retrospektive im A.R.C. 2 des Mused d'art Moderne de la Ville de Paris eröffnet, die 1975 in erweitertem Umfang in die Neue Nationalgalerie nach Berlin geht.
Vostell gründet in der Nähe des Dorfes Malpartida in der kargen Landschaft der zentralspanischen Extremadura im Gebäude einer alten Wollwäscherei das "Museum für den Kunstbegriff der 2.Hälfte de 20. Jahrhunderts"., das Ende 1993 fertiggestellt sein wird.

1975

Mietet ein Atelier in Paris.
Ausstellung des Zyklus "Extremadura" (verbreite Objektbilder) in der Galerie van de Loo in München.
Ein Zyklus von Objektaquarellen "La Quinta del Sordo" entsteht nach den schwarzen Bildern von Francisco de Goya.
Ausstellung des Environments "Fandango" in der Galerie Multhipla in Mailand.
In Zusammenarbeit mit dem Neuen Berliner Kunstverein zeigt Jörn Merkert in der Neuen Nationalgalerie Berlin die bis dahin größte Vostell- Retrospektive.
Realisierung seiner dritten Auto-Beton-Skulptur "V.0.A.EX" im Museo Vostell Malpartida

1976

Erste Einzelausstellung in Warschau und weiteren 6 polnischen Städten. Eröffnung des "Museo Vostell Malpartida", Cáceres/Spanien (NWM) als Dokumentations- und Ausstellungszentrum für die internationale Fluxus-Bewegung.
Erstes Video-Happening in Spanien "Hinterm Baum" in Zusammenarbeit mit der Galerie G in Barcelona.
Aufführung des Happenings "Regen" in Berlin.

 

1977

Teilnahme an der documenta 6 in Kassei mit dem Environment "La Quinta del Sordo".
Gastdozent an der Gesamthochschule Essen. Vorlesungen über Ästhetik der Aktionskunst. Vostell führt mit seinen Studenten im Januar 1978 des Happening "Heuwagen" auf.
Seit 1977 intensive Beschäftigung mit der Malerei. Vostell arbeitet in Mailand, Barcelona und Paris.

1978

Erste große Retrospektive in Dänemark im Anja Kunst Center in Aabenraa. Studien an den von Michelangelo beeinflußten Skulpturen Alonso Berruguetes, des spanischen Hofbildhauers Karls V.
Begegnung mit portugiesischen Künstlern in Lissabon.
Vostell trifft Salvador Dali, der ihn mit einer Skulptur für sein Museum in Figueras beauftragt. Es entsteht der "Fernseh-Obelisk".
Vostell lädt Dali ein, für das Museo Vostell in Malpartida die Skulptur "Der Vorhang des Parzifal" nach einer Idee des katalanischen Künstlers aus dem Jahre 1929 zu realisieren.
Große Retrospektive (1954-1978) im Museo Español de Arte Contemporaneo in Madrid, die 1979 nach Barcelona und Lissabon weiterwandert.
Vostell organisiert erstmals die S.A.C.0.M. (Woche Zeitgenössischer Kunst) im Museo Vostell Malpartida und präsentiert den Gemäldezyklus und das gleichnamige Environment "Der Tote, der Durst hat".

1979

Vostell entwirft für den Dramaturgen Hansgünther Heyme und dessen "Hamlet"- Aufführung in Köln das erste elektronische Bühnenbild. Die Schauspieler operieren mit 120 TV-Geräten und Videokameras.
Lernt den TV-Filmer und Kunstkritiker Rudij Bergmann kennen. Ausstellung des Gemälde-Zyklus "Der Tote, der Durst hat" in der von Peter Schiller geleiteten Galerie Ars Viva! in Berlin. S.A.C.0.M. II im Museo Vostell Malpartida.

1980

Ausstellung des Gemälde-Zyklus "Johanna, die Wahnsinnige" in der Galerie Il Centro in Neapel.
Jürgen Schilling veranstaltet im Kunstverein Braunschweig die Retrospektive der Vostell- Bilder 1954- 1979.
Vostell realisiert im Institute of Contemporary Art in Los Angeles die größte Version seines Environments "Endogene Depression" (30 TV-Beton- Skulpturen mit 7 lebenden Truthähnen).

1981

Ausstellung des Zyklus "Garten der Lüste" (Zeichnungen) in der Galerie Ars Viva! in Berlin.
Organisiert von Dagmar von Gottberg und unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes NRW Johannes Rau realisiert Vostell den "Fluxus-Zug" als mobiles Museum in Nordrhein-Westfalen: Ein Zug mit 9 Containern, die 7 Environments enthalten, reist durch 16 Städte in Nordrhein-Westfalen. Vostell begleitet den Zug und betreibt während der jeweils dreitägigen Aufenthalte Aufklärungsarbeit im großen Stil.
1982

Ausstellung "Vostell in Berlin" in der DAAD Galerie in Berlin.
Ausstellung der Environments des Fluxus-Zug im Centre Culturel du Marais in Paris.
Vostell erhält in Madrid den Pablo-Iglesias-Kulturpreis. Retrospektive im Museum Calais/ Frankreich.
Pro Musica Nova und der Sender Radio Bremen geben anläßlich des Musikfestivals eine Mixed Media Opera in Auftrag. Es entsteht ""Der Garten der Lüste".
Die Bibliothek National de Paris stellt das komplette druckgrafische Werk Vostells aus.
Anläßlich seines 50.Gebutrstag wird im Museo Vostell Malpartida eine Hommage an den Künstler veranstaltet. Mercedes Vostell publiziert ihr Buch "Das Rätsel Vostell". Vostell präsentiert den Bilder-Zyklus und das Fluxus-Konzert "La Siberia Extremena" sowie das Environment "Der Garten der Lüste".

1983

Reise nach Buenos Aires. Im Centro Arte y Comunicacion realisiert Vostell die Fluxus-Aktion "Beton-Tango".
Begegnet Jorge Luis Borges und Jorge Glusberg.
Aufführung von zwei großen Fluxus-Konzerten "Die Nackten und die Toten" in der Galerie Michael Wewerka in Berlin und "La Siberia Extremena" im Hedendaagsche Kunst Center in Gent/Belgien. Teilnahme mit der Fluxus-Gruppe an der Biennale Sao Paulo.
Organisiert DACOM (Tag der Zeitgenössischen Kunst) im Museo Vostell Malpartida.

1984

Realisierung des Environments "Los Fuegos" für die ARCO'84 in Madrid in Zusammenarbeit mit der Galerie Michael Wewerka, Berlin.
Teilnahme am ersten Video-Festival in Madrid mit einer Version des Environments "Endogene Depression".
Vostell präsentiert das Environment "Die Winde" aus dem Fluxus-Zug in der großen Ausstellung "Kunst und Automobil"im MOCA (Museum of Contemporary Art) in Los Angeles.
Leitet als Gastprofessor erstmalig einen eigenen Kurs an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg.

1985

Teilnahme an der großen internationalen Ausstellung "Dialog" in Lissabon. Ausstellungen mit Arbeiten zum Thema Spanien in den Galerien Inge Baecker, Köln und Michael Wewerka, Berlin.
Erneute Einladung als Gastprofesor an der Internationalen Sommerakademie in Salzburg.
Produktion des Video-Stücks "TV Cubisme Liége" im Espace 251 Nord in Liége. Während einer Ausstellung in Liége wird eine vollständige Retrospektive der Video-Arbeiten Vostells von 1958-1985 gezeigt. Teilnahme am Video-Festival in Stockholm.
Vostell wird zum Vorsitzenden der "Internationalen Vereinigung zum Schutz der Rechte der bildenden Künstler" gewählt.
Ausstellung aktueller Werke im Musée d'art Moderne in Straßbourg. Erste große Vostell-Retrospektive im Museo Vostell Malpartida.

1986

Präsentiert einen Zyklus von Gemälden und das Environment "Milonga" auf der ARCO'86 in Madrid in Zusammenarbeit mit der Galerie Inge Baecker, Köln.
Teilnahme an der VIII Biennale der Iberischen Skulptur in Zamora mit einer Version des Environments "Endogene Depression".
Das Goethe-Institut in Madrid widmet Vostell eine einwöchige Veranstaltungsreihe mit Ausstellungen, Konzerten und Vorträgen unter dem Titel "Vostell. Kunst lehrt Leben.

1987

Realisierung der ersten Großplastik "2 Beton-Cadillacs in Form der nackten Maja" für den Skulpturenboulevard auf dem Rathenauplatz in Berlin anläßlich der 750-Jahr Feier.
Realisierung seiner fünften Auto-Beton-Skulptur "Auto-Baricade" für Belfort in Frankreich.
Ausstellung aller Auto-Environments in der Ausstellung "arts & automobiles" in Montbeliard/Frankreich.

1988

Großplastik für den Skulpturengarten der Olympiade in Seoul "VW für Zen".
Großplastik "La Tortuga"" für den Anhalter Bahnhof in Berlin, die 1993 im Skulpturenmuseum Marl/Westfalen ihren endgültigen Standort findet. Fertigstellung der von Salvador Dali 1978 in Auftrag gegebenen Skulptur "Der Vorhang des Parzifal" für das Museo Vostell Malpartida.
Im Auftrag des SFB realisiert Vostell für das Fernsehen das dé-coll/age Fluxus Happening "Das Frühstück des Leonardo da Vinci in Berlin" Gestaltung des Art Hotel in Berlin im Auftrag von Dirk Gädeke.

1989

Teilnahme an der "Ersten Kreuzfahrt Zeitgenössischer Kunst im Mittelmeer" mit einem Vortrag und einem Fluxus-Konzert.
Ausstellung der Collage-Serie "Tauromaquie, Automaquie, Frauenmaquie" in der Galerie Chobot, Wien.
Direkt nach dem Fall der Berliner Mauer entsteht das großformatige Bild "9. November 89" und im folgenden Jahr der Zyklus "The Fall of the Berlin Wall" (Blei-Beton-Malerei).

1990

Ausstellung des Bilder-Zyklus "Fall der Berliner Mauer" in der Galerie am Weidendamm in Ost-Berlin.
Bühnenbild für "Empedokles" von Hölderlin im Schauspielhaus Düsseldorf unter der Regie von Hansgünther Heyme.
Große Einzelausstellung in der Fundazione Mudima in Mailand.
Teilnahme an der Fluxus-Retrospektive "Ubi Fluxus ibi motus" sowie an der Sonderausstellung "Ambiente Berlin" auf der Biennale in Venedig.
In Paris widmet man Vostell 5 Ausstellungen organisiert von der Galerie Lavignes. Realisation seines Fluxus-Konzert und die bis dahin größte Aktions-Musik-Skulptur "Le Cri".
Vostell erhält die "Medaille de Paris", die größte Auszeichnung der Stadt Paris;

1991

Ausstellung eines neuen Gemälde-Zyklus "Tauromaquien" in der Galerie Sebastiä Jané in Barcelona.
Realisation der Ereignisskulptur "Auto-TV-Hochzeit- für die Galerie Michael in Darmstadt.
Ausstellung in der Galerie Miscetti in Rom.
Auf Einladung des spanischen Fernsehen entsteht für die Fernsehserie "El arte de Video" die Aktion "TV-Rebano".
Vostell erwirbt südlich von Berlin einen Bauernhof als zukünftige Produktionsstätte für seine Großskulpturen.

1992

Anläßlich seines 60. Geburtstages veranstalten 5 Museen in Köln, Mülheim/Ruhr, Bonn, Leverkusen und Mannheim gemeinsam die bislang umfassendste Retrospektive des Werkes von Vostell von 1954 - 1992. Ausstellung "Vostell-Extremadura" in Merida und Cáceres/ Spanien. Gemälde-Zyklus "Die Weinenden" in der Galerie Inge Baecker, Köln. "60 Jahre Vostell" Galerie Michael Schultz, Berlin.
Retrospektive seiner Bilder im "Palacio de Exposiciones" in Rom. Ausstellung in der Hochschule für Kunst in Leipzig.
Vostell erhält vom Berliner Kultursenator den Professoren-Titel.

1993

Ernennung zum Mitglied der Europäischen Akademie für Wissenschaft und Kunst in Salzburg.
Ausstellung des Zyklus "Sara-Jevo" (Objektbilder) in der Galerie Fine Art Rafael Vostell, Berlin.
Retrospektive in der Kunstgalerie Gera.
Einweihung der Großplastik "La Tortuga" im Skulpturenmuseum Marl/ Westfalen.

1994

Verstaatlichung und Wiedereröffnung des Museum Vostell Malpartida durch die Landesregierung von Extremadura.
Ausstellung und Fluxus-Konzert "Sara-Jevo-Pianos" in der Fundacion Miro in Palma de Mallorca.
Ausstellung und Dokumentation des Fluxus-Konzert "Le Cri" in der "Biblioteca Publica" in Badajoz/ Spanien.
Ausstellung "Utopische Stadtprojekte" in der Galerie Fine Art Rafael Vostell, Berlin.

1995

Ausstellung "Bronzen und Zeichnungen" in der Galerie Joao Guaita in Palma de Mallorca.
Vostell präsentiert seinen Bilderzyklus "Drei Grazien" in der Galerie Enderle in Wuppertal.
One-man-Show auf der Art Cologne'95 bei Galerie Inge Baecker, Köln. Teilnahme an der "3. Biennale de Lyon" mit dem Environment "6 TV-dé- coll/age" aus dem Jahre 1963, in einer von Vostell restaurierten Version.

 

 

1996

Realisation seiner bislang größten Multi-Media-Skulptur als dé-coll/age Flugzeug-Plastik "Warum dauerte der Prozeß zwischen Pilatus und Jesus nur 2 Minuten?" für das "l. Festival di un Altro Mondo/Fluxus & Fluxus" in der Villa Scheibler in Mailand.
Ausstellung im Kunstverein Lüneburg
Teilnahme an der großen Ausstellung "Face à la Histoire" im Centre Pompidou in Paris.
Fertigstellung des Auto-Environment "Fluxus-Cadillac-Radio" Geburt des Enkelsohnes Levin Jonathan.

1997

Anläßlich des 65. Geburtstages ehrt die Kultur-Abteilung Bayer Vostell mit der Ausstellung "Vostell in nordrheinwestfälischen Sammlungen". Ausstellung im Centre Kyron in Paris.
Erstmalige Präsentation seines Monumentalwerkes "Shoah 1492 - 1945" in der Galerie Fine Art Rafael Vostell, Berlin.
Einweihung seiner Skulptur "Warum dauerte der Prozeß zwischen Pilatus und Jesus nur 2 Minuten?" im Museum Vostell Malpartida.
Teilnahme an der Ausstellung "Deutschlandbilder" im Martin-Gropius- Bau, Berlin und Präsentation seiner Video-Filme.
Verleihung des Hannah-Höch-Preis durch den Berliner Kultursenator und der Berlinischen Galerie.
Fertigstellung der Ereignis-Multi-Media-Skulptur "Fluxus-Russe", die erstmalig zur großen Vostell-Retrospektive im Jahr 2001 im Martin-Gropius-Bau ausgestellt werden soll.

1998

Das Monumentalwerk "Shoah 1492 - 1945" wird im "Palacio Galveias" in Lissabon und anschließend im MEIAC (Museum Iberoamerikanischer Zeitgenössischer Kunst) in Badajoz/Spanien präsentiert.
Der zerstörte Mercedes aus dein Happening "9-Nein-dé-coll/agen" aus dem Jahr 1963 wird zusammen mit Dokumentationsfotos in der Ausstellung "Out of Action" im Museum of Contemporary Art in Los Angeles präsentiert.

Am 03. April 1998 stirbt Wolf Vostell im Alter von 65 Jahren an Herzversagen in Berlin.

 

Von 1958 bis 1998 hat Wolf Vostell in Europa, Amerika und Asien über 200 Einzelausstellungen durchgeführt und an über 750 Gruppenausstellungen teilgenommen. Von 1954 bis 1988 hat Vostell 51 Happenings veranstaltet.
Von 1960 bis 1962 hat Vostell 5 Pre-Fluxus-Konzerte gegeben - und von 1962 bis 1994 unzählige Fluxus-Konzerte aufgeführt, von denen 30 dokumentiert sind.

 

Ausstellungen (in Auswahl) und wichtige Ereignisse nach dem 03. April 1998

Eröffnung der Fluxus-Sammlung Di Maggio und Fertigstellung des Museo Vostell Malpartida.
Wolf Vostell erhält posthum die "Medaille von Extremadura" als höchste Auszeichnung von Extremadura/Spanien.
Mercedes Vostell und Wolf Vostell (posthum) erhalten die Ehrenbürgerschaft von Malpartida.
Eine Straße in Malpartida wird nach Wolf Vostell benannt, mit der Aufschrift; Wolf Vostell, Weltbürger.
Hommage an Wolf Vostell bei Fine Art Rafael Vostell, Berlin. Hommage an Wolf Vostell bei Galerie Inge Baecker, Köln. Hommage an Wolf Vostell bei Galerie Wewerka, Berlin.
Denken und Malen an Lorca" im Kulturinstitut "EI Brocense" in Cáceres/Spanien.
"Out of Action" im MACBA, Barcelona
"100 Jahre Kunst im Aufbruch/Die Sammlung Berlinische Galerie" Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland.
"Aspekte der Kölner Kunst von den 60er Jahren bis heute" im Kölnischen Stadtmuseum.

1999

"Out of Action" im Museum of Contemporary Art, Tokio.
"100 Jahre Kunst im Aufbruch/Die Sammlung Berlinische Galerie" im Musée de Grenoble/ Frankreich.
"Pro Lidici", Kunstsammlung Gera
Retrospektive der Video-Filme von Vostell im Kino Arsenal in Berlin "Hommage an Wolf Vostell" Erste große Werkschau von Wolf Vostell im Kunst Haus Berlin - Friedrich Foundation", kuratiert von Rafael Vostell, Mercedes Vostell und Dr. Külz-Mackensie.
"Vostell Autoskulpturen", Kunstverein Hürth
"Vostell - Desastres de la paz" Städtische Galerie Reggio Emilia/ Italien

 

In Planung

Vostell Retrospektive im Martin Gropius Bau, Berlin Veranstalter: Berlinische Galerie/ Prof. Jörn Merkert Termin: März - Juni 2001